Im Jahr 2024 gab die Schweiz schätzungsweise 1,5 Mrd. Franken für Gesundheitsförderung und Prävention (GFP) aus. Dies entsprach einem Anteil von 1,5% der Gesamtkosten des Gesundheitswesens (97,2 Mrd. Franken, siehe Tabelle BFS). Von 2010 bis 2019 lag der Anteil der Ausgaben für GFP zwischen 1,7% und 2,1% der Gesamtkosten. 2020 (2,9%) und 2021 (3,5%) stieg dieser Anteil jeweils stark an, im Jahr 2024 lag er jedoch unter dem Niveau von 2019. Bund, Kantone und Gemeinden trugen 2024 rund die Hälfte der Ausgaben, die Sozialversicherungen 17% (siehe Indikator «Ausgaben für GFP nach Finanzierungsregime»).

Im Jahr 2024 machte die Aufklärung der Bevölkerung und Zielgruppen 40,3% der Ausgaben für GFP aus. 15,4% der Gelder wurden für Präventionsprojekte gegen Suchtprobleme eingesetzt, 15,1% für die Psychische Gesundheit und Schulgesundheit und 14,0% für Präventionsprojekte gegen Unfälle und Verletzungen. 13,2% flossen in Impfprogramme; dieser Anteil ist zwischen 2020 und 2022 aufgrund der Covid-19-Pandemie stark angestiegen und war verantwortlich für die Zunahme des Anteils der GFP-Ausgaben an den Gesamtkosten des Gesundheitswesens. Schliesslich wurden 2024 0,8% der Gelder für Bewegung und Ernährung und 1,3% für die übrige Prävention ausgegeben.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Gesund älter werden ist ein wichtiges Ziel der bundesrätlichen Strategie Gesundheit2030. Menschen aller Altersgruppen sollen günstige Bedingungen antreffen, die ihnen ein gesundes Leben ermöglichen. Damit soll auch der ungünstigen Kostenentwicklung im Gesundheitssystem entgegengesteuert werden. Um diesen Zielen näher zu kommen, leisten Investitionen in Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention einen wichtigen Beitrag.

Definition

Der Indikator zeigt einerseits den Anteil der Ausgaben für Gesundheitsförderung und Prävention (GFP) am Total der Gesundheitsausgaben in der Schweiz (in Prozent). Andererseits werden die GFP-Ausgaben nach Leistungskategorien gezeigt. Die Daten werden jährlich aktualisiert.

Der Indikator wird auf Basis der Statistik «Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens» des Bundesamtes für Statistik (BFS) berechnet. Die Statistik orientiert sich an der Methodik von Systems of Health Accounts (SHA; OECD, 2017) und präsentiert eine Synthese aus sämtlichem verfügbaren Zahlenmaterial zur Schätzung der Geldströme rund um die Produktion, den Konsum und die Finanzierung von Gütern und Dienstleistungen des schweizerischen Gesundheitswesens während eines Jahres. In den Ausgaben sind sowohl Sach- als auch Personalkosten enthalten. Für diesen Indikator werden die Geldströme des Bereichs «Prävention» ausgewertet, die Subkategorie «Tests» wird jedoch nicht berücksichtigt. 

Das Angebot an Gesundheitsförderungs- und Präventionsleistungen in der Schweiz ist breit und sehr vielfältig:

  • Aufklärung der Bevölkerung/Zielgruppen: Diese Kategorie bezieht sich auf die Aufklärung, Information, Unterstützung etc. der Bevölkerung und Zielgruppen in verschiedenen Bereichen, die mit einer Vielzahl von Krankheiten in Zusammenhang stehen.
  • Sucht: Diese Kategorie erfasst Leistungen zur Früherkennung, Beratung, Behandlung und Schadensminderung in den Bereichen Alkohol, Tabak / Nikotin, Drogen oder Medikamente. 
  • Psychische Gesundheit, Schulgesundheit: Diese Kategorie beinhaltet einerseits Leistungen, die die Sensibilisierung für psychische Probleme fördern, andererseits die Organisation präventiver Massnahmen im Setting Schule wie Zahnkontrolle, Seh- und Hörtests sowie Impfkontrollen.
  • Unfälle und Verletzungen: In dieser Kategorie werden Leistungen zur Prävention von Berufsunfällen und Berufskrankheiten sowie von Nichtberufsunfällen bzw. Freizeitunfällen zusammengefasst.
  • Impfprogramme: Diese Kategorie beinhaltet bakteriologische Untersuchungen, Impfkampagnen, Desinfektionen, Epidemiologie, Krankheitsbekämpfung, Arbeitsmedizin/-hygiene, Medikamente, Zuschüsse an Institutionen (z.B. Krebs- oder Rheumaliga).
  • Bewegung und Ernährung: Diese Kategorie bezieht sich auf die kantonalen Aktionsprogramme (KAP) von Gesundheitsförderung Schweiz zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung, ausreichender körperlicher Aktivität und einer besseren psychischen Gesundheit bei Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen.
  • Andere Prävention: In dieser Kategorie sind Leistungen enthalten, die in anderen Kategorien nicht eingeordnet werden können.

Die Finanzierung der Gesundheitsförderung und Prävention in der Schweiz erfolgt autonom in den 26 Kantonen. Es gibt keine einheitlich gehandhabte Definition darüber, was unter Gesundheitsförderung oder Prävention abzurechnen ist. Dies erschwert eine einheitliche Zuordnung der Daten zu den Leistungskategorien. Die GFP-Ausgaben können deshalb nur näherungsweise geschätzt werden.

Referenzen

  • Bundesamt für Statistik (BFS) (2026): Kosten des Gesundheitswesens seit 1960 (abgerufen am 26.05.2026)
  • OECD, Eurostat and World Health Organization (2017). A System of Health Accounts 2011: Revised edition. OECD Publishing. Paris: Publikation (englisch).

Weiterführende Informationen

  • Gmeinder, M. et al. (2017). How much do OECD countries spend on prevention?, OECD Health Working Papers, No. 101, DOI: 10.1787/f19e803c-en: Studie (englisch).
  • OECD (2025). Health at a Glance 2025: OECD Indicators. OECD Publishing. Paris: Bericht (englisch).

Medienauskünfte

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Zuletzt aktualisiert

15.06.2026

Zitierweise

BAG & Obsan (2026). Ausgaben für Gesundheitsförderung und Prävention nach Leistungen (MonAM-Indikator). https://ind.obsan.admin.ch/indicator/monam/_270

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