In der Schweiz haben die mit Substanzeinfluss verursachten Verkehrsunfälle mit Personenschäden in den letzten 30 Jahren um die Hälfte abgenommen: 1992 sind 42,0 und im Jahr 2020 20,6 Unfälle pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt worden. Dies entspricht 2902 Unfällen im Jahr 1992 und 1782 Unfällen 2020. Eine noch stärkere Abnahme ist bei der Anzahl Schwerverletzten (1992: 1242 Fälle, 2020: 522 Fälle) und Toten (1992: 198 Fälle, 2020: 39 Fälle) durch Unfälle mit Substanzeinfluss zu sehen. Unter den Verunfallten sind jeweils wesentlich mehr Männer als Frauen. 

Von den Substanzen hat Alkohol über den ganzen Zeitraum mit Abstand den grössten Teil der Verkehrsunfälle verursacht (1992: 2765 Fälle, 2020: 1586 Fälle). Während die Unfälle aufgrund von Alkoholkonsum rückläufig sind, steigen aber jene aufgrund von Drogeneinfluss (1992: 148 Fälle, 2020: 268 Fälle) oder Medikamenteneinfluss (1992: 66 Fälle, 2020: 124 Fälle) an. 

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Viele Menschen konsumieren psychoaktive Substanzen ohne sich und andere zu gefährden. Manche gehen jedoch unter Substanzeinfluss Risiken ein, oder verlieren die Kontrolle über ihren Konsum oder ihr Verhalten. Der Konsum psychoaktiver Substanzen kann für die Betroffenen und ihr Umfeld Leid mit sich bringen und hohe gesellschaftliche Kosten verursachen.

Definition

Der Indikator zeigt die Rate (pro 100'000 Einwohner/innen) und das Total der Unfälle, der Schwerverletzten und der Verkehrstoten aufgrund des Fahrens unter Substanzeinfluss (Alkohol, Drogen, Medikamente).

Der Indikator basiert auf der Statistik der Strassenverkehrsunfälle (SVU). Die SVU wird anhand der Angaben der kantonalen und kommunalen Polizeistellen sowie des Schadenzentrums des VBS erstellt. Diese melden dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) alle registrierten Strassenverkehrsunfälle und Merkmale zum Unfall (beispielsweise beteiligte Personen, Unfallort und Unfalltyp). Die SVU ist damit eine Vollerhebung sämtlicher Unfälle mit Personenschaden sowie der bei der Polizei gemeldeten Unfälle ohne Personenschaden (nur Sachschaden). Das Total der Unfälle enthält somit alle Unfälle mit Sach- und/oder Personenschaden.

Zu beachten ist, dass die Addierung der einzelnen Substanzen (Alkohol, Drogen, Medikamente) nicht das Total ergibt, da einem Unfall, einem Schwerverletzten oder einem Todesfall auch ein multipler Substanzgebrauch (beispielsweise Alkohol und Medikamente zusammen) zugeordnet werden kann.

Quellen

Medienauskünfte

Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
media@bag.admin.ch

Auskunft

Tel. +41 58 463 60 45
obsan@bfs.admin.ch
https://www.obsan.ch/de/kontakt

Zuletzt aktualisiert

27.07.2021