In der Schweiz konsumieren im Jahr 2024 0,6% der Bevölkerung in den letzten 30 Tagen täglich oder fast täglich starke Schmerzmittel.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Starke Schmerzmittel werden in erster Linie nach Unfällen, nach Operationen oder zur Behandlung von chronischen Schmerzen eingenommen. Dies sind in erster Linie opioidhaltige Schmerzmittel und sind verschreibungspflichtig. Aufgrund des Abhängigkeitspotentials dieser Medikamente, sollten diese nicht länger als unbedingt nötig eingesetzt werden und mit entsprechender Vorsicht abgesetzt werden, sobald es die Situation erlaubt.

Zu einem geringeren Grad werden starke Schmerzmittel jedoch auch ohne ärztliche Verschreibung missbräuchlich eingenommen, da diese Medikamente besonders in erhöhter Dosis auch eine beruhigende und euphorisierende Wirkung haben. Die missbräuchliche Einnahme starker Schmerzmittel ist mit Risiken verbunden, insbesondere kann sich eine körperliche und psychische Abhängigkeit entwickeln. Bei der Einnahme hoher Dosierungen starker Schmerzmittel besteht zudem die Gefahr lebensgefährlicher Überdosierungen.

Definition

Dieser Indikator zeigt den Anteil der Bevölkerung ab 15 Jahren, der in den letzten 30 Tagen täglich oder fast täglich (an mindestens 20 Tagen) starke Schmerzmittel eingenommen hat.

Sucht Schweiz hat diese Daten im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zwischen 2011 und 2016 im Rahmen einer telefonischen Befragung (CoRoIAR) bei rund 11 000 Personen erhoben. Seit 2018 werden diese Fragen in der Erhebung «Gesundheit und Lifestyle», einer Online-Befragung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik (BFS), in vergleichbarer Weise gestellt (n2018 ≈ 5600; n2022 ≈ 5400; n2024 ≈ 6000). Für das Jahr 2018 können jedoch keine Daten zur Einnahme von Schmerzmitteln gezeigt werden.

Seit 2022 werden folgende drei Fragen gestellt (bei einer Ja-Antwort wird die nächste Frage gestellt):

  • Frage 1: «Haben Sie in den letzten 12 Monaten starke Schmerzmittel genommen, z.B. Oxycodon®, Morphin®, Fentanyl® (nicht gewöhnliche Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen wie Aspirin oder Paracetamol)?» 
  • Frage 2: «Haben Sie diese starken Schmerzmittel in den letzten 30 Tagen genommen?»
  • Frage 3: «An wie vielen Tagen haben Sie in den letzten 30 Tagen diese starken Schmerzmittel genommen?»

Die im Indikator dargestellten Anteile beziehen sich auf die Personen, welche die letzte Frage mit «an 20 Tagen oder mehr» beantwortet haben.

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Quellen

Weiterführende Informationen

  • Entwicklung der Verschreibung von Schmerz- und Schlafmedikamenten in der Schweiz (2021). Bundesamt für Gesundheit (BAG), Bern: Faktenblatt.
  • Gmel, G. et al. (2018). Suchtmonitoring Schweiz - Einnahme von psychoaktiven Medikamenten in der Schweiz im Jahr 2016. Sucht Schweiz, Lausanne: Bericht.
  • Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan). Versorgungsatlas: Opioide.
  • Sucht Schweiz: Webseite 

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Zuletzt aktualisiert

26.11.2025
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