In der Schweiz konsumieren im Jahr 2024 1,8% der Bevölkerung in den letzten 30 Tagen täglich oder fast täglich Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Bei den 70-Jährigen und Älteren liegt dieser Anteil bei 5,0%.
Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).
Schlaf- oder Beruhigungsmittel werden in erster Linie zur Behandlung von Schlafstörungen oder Angstzuständen eingenommen. Dabei kann es sich um schwächere rezeptfreie Medikamente handeln, jedoch auch um stärkere Medikamente wie Benzodiazepine, welche ein erhebliches Abhängigkeitspotential haben. Daher sollten diese nicht länger als unbedingt nötig eingesetzt werden und mit entsprechender Vorsicht abgesetzt werden, sobald es die Situation erlaubt.
Zu einem geringeren Grad werden Schlaf- oder Beruhigungsmittel jedoch auch ohne ärztliche Verschreibung missbräuchlich eingenommen. Die missbräuchliche Einnahme insbesondere stärkerer Schlaf- oder Beruhigungsmittel ist mit Risiken verbunden, insbesondere kann sich eine körperliche und psychische Abhängigkeit entwickeln. Bei der Einnahme hoher Dosierungen insbesondere stärkerer Schlaf- oder Beruhigungsmittel besteht zudem die Gefahr lebensgefährlicher Überdosierungen.
Dieser Indikator zeigt den Anteil der Bevölkerung ab 15 Jahren, der in den letzten 30 Tagen täglich oder fast täglich (an mindestens 20 Tagen) Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingenommen hat.
Sucht Schweiz hat diese Daten im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zwischen 2011 und 2016 im Rahmen einer telefonischen Befragung (CoRoIAR) bei rund 11 000 Personen erhoben. Seit 2018 werden diese Fragen in der Erhebung «Gesundheit und Lifestyle», einer Online-Befragung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik (BFS), in vergleichbarer Weise gestellt (n2018 ≈ 5600; n2022 ≈ 5400; n2024 ≈ 6000).
Seit 2022 werden folgende drei Fragen gestellt (bei einer Ja-Antwort wird die nächste Frage gestellt):
Die im Indikator dargestellten Anteile beziehen sich auf die Personen, welche die letzte Frage mit «an 20 Tagen oder mehr» beantwortet haben.
Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
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