Von 2018 bis 2022 sind in der Schweiz durchschnittlich rund 48 100 Personen pro Jahr neu an Krebs erkrankt, das sind 385 Personen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Im Zeitverlauf von 1983–1987 bis 2018–2022 fällt insbesondere beim Bronchien-, Lungen- und Luftröhrenkrebs eine abnehmende Anzahl jährlicher Neuerkrankungen bei Männern (von 79 auf 46 Fälle pro 100 000 Einwohner) und gleichzeitig eine zunehmende Anzahl jährlicher Neuerkrankungen bei Frauen (von 14 auf 32 Fälle pro 100 000 Einwohnerinnen) auf. Über beide Geschlechter hinweg ist zudem ein starker Anstieg beim Melanom (schwarzer Hautkrebs, von 13 auf 29 Fälle pro 100 000 Einwohner/innen) zu verzeichnen. Bei Männern ist in demselben Zeitraum auch die Inzidenz von Prostatakrebs deutlich angestiegen (von 79 auf 135 Fälle pro 100 000 Einwohner).
Männer sind über den ganzen Zeitraum häufiger neu an Krebs erkrankt als Frauen. Bei den Männern ist Prostatakrebs am häufigsten, gefolgt von Bronchien-, Lungen- und Luftröhrenkrebs sowie Dickdarmkrebs. Bei den Frauen ist es Brustkrebs, ebenfalls gefolgt von Bronchien-, Lungen- und Luftröhrenkrebs sowie Dickdarmkrebs.
Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).
Krebs stellt neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in der Schweiz dar (BFS). Krebserkrankungen sind ausserdem für die meisten verlorenen potenziellen Lebensjahre in der Schweiz verantwortlich (siehe Indikator «Verlorene Lebensjahre durch NCD»). Mit der demografischen Alterung der Bevölkerung in der Schweiz werden Krebserkrankungen zukünftig ein noch wichtigeres Thema werden, denn für die meisten Krebsarten steigt das Erkrankungsrisiko mit dem Lebensalter an. Zu den häufigsten Krebsarten gehören Brustkrebs, Prostatakrebs, Dickdarmkrebs, Melanome (schwarzer Hautkrebs) und Bronchien-, Lungen- und Luftröhrenkrebs. Ein bedeutender Risikofaktor für Melanome ist die ultraviolette Strahlung der Sonne oder von Lampen, zum Beispiel im Solarium. Bei den anderen vier Krebsarten spielen die Risikofaktoren Ernährung, Bewegung, Alkohol und Tabak eine wichtige Rolle.
Um die Wirkung von Massnahmen im Bereich der Prävention oder Behandlung von Krebserkrankungen zeigen zu können, ist eine Darstellung der wichtigsten Krebserkrankungen von grosser Relevanz.
Die Schweizer Krebsdaten werden von der Stiftung NICER (Nationales Institut für Krebsepidemiologie und -registrierung) und den Krebsregistern in den Kantonen zur Verfügung gestellt. Nach Inkrafttreten des Krebsregistrierungsgesetzes (KRG – SR 818.33) – ab den Daten 2016 – hat diese Aufgabe die Nationale Krebsregistrierungsstelle (NKRS) übernommen, die durch die Stiftung NICER betrieben wird. Der Indikator wird jährlich aktualisiert.
Dieser Indikator zeigt als Rate die Anzahl Neuerkrankungen an Krebs pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern pro Jahr (genauer: den jährlichen Durchschnitt über jeweils fünf Jahre) sowie die Verteilung der Krebsarten in Prozent. In der Epidemiologie wird für die Anzahl Neuerkrankungen, die innerhalb einer festgelegten Bevölkerungsgruppe in einem bestimmten Zeitraum auftreten, der Begriff Inzidenz verwendet. Die Daten nach Kanton und Geschlecht sind gemäss der Europäischen Standardbevölkerung 1976 altersstandardisiert, bei den Daten nach Alter und Geschlecht handelt es sich um die rohen Raten.
Die Krebstypen wurden anhand ihrer ICD-10-Codes bestimmt:
Es gibt mehrere Ursachen für räumlich-zeitliche Differenzen zwischen kantonalen Krebsinzidenzraten (Umweltfaktoren, diagnostische Faktoren, Datenverfügbarkeit etc.). Die dargestellten Inzidenzraten müssen daher mit Vorsicht interpretiert werden. Mit dem Krebsregistrierungsgesetz vom 18. März 2016 wurde eine gesamtschweizerisch vereinheitlichte Krebsregistrierung geschaffen, was die Vergleichbarkeit der Daten zur Krebsbelastung in allen Kantonen weiter verbessert.
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12.02.2026
BAG & Obsan (2026). Krebs: Inzidenz (MonAM-Indikator). https://ind.obsan.admin.ch/indicator/monam/_310