Mit dem Inkrafttreten von Art. 39, Abs. 3 des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im Jahr 2009 wurden die Pflegeheime per Definition zu medizinischen Einrichtungen, die KVG-pflichtige Pflegeleistungen erbringen. Einige Kantone beschränken den Zugang zu Pflegeheimen auf Personen mit einer Pflegebedürftigkeit von mindestens vierzig Minuten pro Tag. Der Anteil Personen mit einer geringeren Pflegebedürftigkeit, so genannt «leicht pflegebedürftige» Bewohnerinnen und Bewohner, nimmt in Pflegeheimen tendenziell ab.

Soziale Isolation oder Schwierigkeiten bei der Bewältigung des täglichen Lebens erklären zum Teil die Aufenthalte von leicht pflegebedürftigen Personen in Pflegeheimen. Der Eintritt kann auch Folge eines bestimmten Ereignisses wie eines Sturzes oder eines Spitalaufenthalts sein. Gelegentlich ist es notwendig, eine Person in ein Pflegeheim zu verlegen, obgleich diese nach dem Spitalaufenthalt eher Unterstützung als Pflege im Sinne des KVG benötigt.

Definition

Prozentualer Anteil Personen, die maximal 40 Minuten Pflege pro Tag benötigen, an allen Bewohnerinnen und Bewohnern im Pflegeheim (Langzeitaufenthalte).

Als Bewohnerinnen und Bewohner mit Langzeitaufenthalt gelten diejenigen, die sich permanent in der Einrichtung niederlassen.

Quelle

Referenzen

  • Ankers, N. & Serdaly, C. (2017). Personnes âgées peu dépendantes de soins. Prise en charge dans cinq cantons romands (Obsan Dossier 58). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium.
  • Füglister-Dousse, S., Dutoit, L. & Pellegrini, S. (2015). Soins de longue durée aux personnes âgées en Suisse. Evolutions 2006–2013 (Obsan Rapport 67). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium.
  • Dutoit, L., Füglister-Dousse, S. & Pellegrini, S. (2016). Soins de longue durée dans les cantons: un même défi, différentes solutions. Evolutions 2006–2013 (Obsan Rapport 69). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium.
  • Dutoit, L., Pellegrini, S. & Füglister-Dousse, S. (2016). Langzeitpflege in den Kantonen. Drei Betreuungsmodelle (Obsan Bulletin 13/2016). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium.

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Zuletzt aktualisiert

07.12.2021