In der Schweiz hat sich die Nachfrage nach Behandlungen bei Problemen mit dem Konsum von Alkohol, Cannabis, Kokain und Opioiden (u.a. Heroin und Morphin) zwischen 2013 und 2020 unterschiedlich entwickelt. Während weniger Menschen um eine Behandlung bei Alkoholproblemen nachgefragt haben (Index 2013-2020: -11,1%), wurde für Kokain insbesondere ab 2015 eine deutliche Zunahme beobachtet (Index 2013-2020: +82,5%). Für cannabisbezogene Probleme wies die Nachfrage einen schwankenden Verlauf mit einer allgemein zunehmenden Tendenz auf (Index 2013-2020: +14,8%). Bei Opioidproblemen zeigte sie eine abnehmende Tendenz nach einer leichten Zunahme zwischen 2013 und 2014 (Index 2013-2020: -30,1%). 

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Der Indikator gibt einen Überblick über Personen, die wegen ihres problematischen Konsums von Alkohol, Cannabis, Kokain oder Opioiden nach professioneller Hilfe suchen. Die Daten werden bei Behandlungsantritt erfasst. Die Prävalenz suchtbetroffener Menschen statistisch zu schätzen, ist herausfordernd. Deshalb stellt die Entwicklung der Behandlungsanfragen eine wichtige zusätzliche Informationsquelle dar. Damit lassen sich die Tendenzen in der Verbreitung des problematischen Substanzkonsums abschätzen. Die Entwicklung über Art und Umfang der Behandlungsanfragen weist indirekt auf die Konsumtrends der betreffenden Substanzen Alkohol, Cannabis, Kokain und Opioide hin.

Definition

Der Indikator zeigt die Entwicklung der problembezogenen Behandlungsnachfragen im Bereich der Suchthilfe, aufgeteilt in die Hauptproblemsubstanzen Alkohol, Opioide, Kokain und Cannabis.

Der Indikator wird im Rahmen des Monitoring-Netzwerks act-info erhoben. act-info (The information network on addiction care and therapy in Switzerland) fasst die fünf im Bereich der Suchtberatung und -therapie geführten Statistiken in der Schweiz zusammen:

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Quelle

Weiterführende Informationen

  • act-info Jahresberichte 2004-2020. Suchtberatung und Suchtbehandlung in der Schweiz. Ergebnisse des Monitoringsystems. Bundesamt für Gesundheit, Bern.

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Zuletzt aktualisiert

10.03.2022