2017 hat ein Anteil von 2,9% der Schweizer Bevölkerung ein risikoreiches oder problematisches Geldspielverhalten. Rechnet man die Angaben der Personen aus der Befragung auf die Anzahl Personen die in Privathaushalten wohnenden Bevölkerung ab 15 Jahren in der Schweiz hoch, ergibt dies eine Schätzung von 178 000 Personen mit risikoreichem und 15 000 Personen mit problematischem Geldspielverhalten.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

In der Schweiz werden verschiedene Formen des Geldspiels, beispielsweise Spiele an Geldspielautomaten, Pokerpartien, Sportwetten oder Lotteriespiele häufig genutzt. Neben Personen, die über einen risikoarmen oder moderat risikoreichen Umgang mit dem Geldspiel verfügen, gibt es pathologisch und problematisch Spielende. Betroffene, welche die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren, orientieren oft ihren gesamten Alltag am Geldspiel. Dieses Verhalten kann gravierende Folgen für das familiäre und berufliche Umfeld haben. Häufig entstehen finanzielle Probleme im Zusammenhang mit der Spielsucht. Typische Eigenschaften von pathologischen Spielern sind der Verlust des Realitätsbezuges und die Verleugnung von Problemen. Der Schutz der Spielenden vor den sozial schädlichen Auswirkungen des Spielbetriebs ist ein zentrales Anliegen, das im Spielbankengesetz verankert ist.

Der Indikator gibt einen Hinweis auf die Belastung der Population durch das problematische und pathologische Geldspielverhalten und hilft, präventive Massnahmen und Interventionen zu planen.

Definition

Dieser Indikator basiert auf der Studie von Dey et al. (2019). In Anlehnung an Haug et al. (2015) ermittelt diese Studie das Geldspielverhalten mit einer Kombination der beiden Erhebungsinstumente "Lie/Bet" und "NODS-CLiP". Die Daten stammen aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung. Der Indikator zeigt den Anteil der Personen, welche angeben, problematisch oder risikoreich Geldspiel zu spielen, im Vergleich zu den anderen Spielverhalten (risikoarm/nie im Leben).

Der Indikator beruht auf folgenden vier Fragen (SGLSP25a; SGLSP25b; SGLSP25c; SGLP25d) der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB): 

"Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen zu Glücksspielen um Geld :

Vollständige Definition anzeigen

Quelle

Referenzen

  • Dey, M. et al. (2019). Glücksspiel: Verhalten und Problematik in der Schweiz im Jahr 2017. ISGF, Zürich: Studie.
  • Haug, S. et al. (2015). Auswahl und Empfehlung von Items zur Befragung des Bundesamts für Statistik zum Thema Geldglücksspiele im Jahr 2017. ISGF, Zürich.

Weiterführende Informationen

  • Auslegeordnung Verhaltenssüchte (2022). Bundesamt für Gesundheit, Bern: Faktenblatt.
  • Bundesgesetz über Geldspiele: Geldspielgesetz (BGS)
  • Notari, L. et al. (2022). Glücks- und Geldspielnutzung, Videospiel, Sexualverhalten, Kaufverhalten, soziale Medien und Internet: Suchtverhalten ohne Substanz? Auslegeordnung zu wissenschaftlichen Evidenzen, Terminologie, Messskalen und Prävalenzen. Forschungsbericht. Sucht Schweiz, GREA, Lausanne: Bericht.
  • Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte: Webseite

Medienauskünfte

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Zuletzt aktualisiert

27.04.2022