Im Jahr 2024 stillten 97% der Mütter in der Schweiz ihr Kind nach der Geburt (Juvalta et al., 2024; Zahl nicht dargestellt). Bis zum Alter von 6 Monaten blieb der Anteil der gestillten Kinder relativ stabil. Rund neun von zehn (89%) der jemals gestillten Kinder wurden in diesem Alter noch gestillt. Dabei verschoben sich die Anteile deutlich vom ausschliesslichen zum teilweisen Stillen: Während im Alter von 4 Monaten 67% der Kinder ausschliesslich gestillt wurden, waren es im Alter von 6 Monaten noch 11%. Im Alter von 12 Monaten war die Hälfte der Kinder abgestillt. 

Die mittlere Dauer (Median) des ausschliesslichen Stillens lag 2024 bei 17,4 Wochen. Das bedeutet, dass die Hälfte der Säuglinge während mindestens 4 Monaten nach der Geburt ausschliesslich gestillt wurde. Seit 2003 (8,7 Wochen) hat dieser Wert deutlich zugenommen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) empfiehlt, Säuglinge während der ersten vier bis sechs Monate ausschliesslich zu stillen (BLV, 2026). 

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

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Stillen hat gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind. So senkt es das Risiko des Kindes, später übergewichtig zu werden oder Diabetes zu entwickeln. Auch wurde in Studien unter anderem ein geringeres Auftreten verschiedener Infektionskrankheiten, chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen und Leukämie im Kindesalter ausgewiesen. Mütter, die stillen, sind besser geschützt gegen Diabetes Typ 2 und Brustkrebs (Juvalta, S. et al., 2024).

In der Schweiz empfehlen die Fachgesellschaften ausschliessliches Stillen während der ersten 4 bis 6 Monate und die schrittweise Einführung von Beikost ab dem 5. bis 7. Monat (BLV, 2026). Damit weichen die Empfehlungen leicht von denjenigen der WHO ab, die sich für ausschliessliches Stillen im ersten Lebenshalbjahr einsetzt (WHO, 2026).

Definition

Der Indikator zeigt die Prävalenz des ausschliesslichen, vorwiegenden und teilweisen Stillens bei denjenigen Säuglingen, die direkt nach der Geburt gestillt wurden (entspricht 97% der Mütter). Zudem zeigt er den Median der Stilldauer beim ausschliesslichen Stillen. Der Median bezeichnet den Zeitpunkt, zu dem die Hälfte der Kinder noch ausschliesslich gestillt wurden. Der Indikator wird alle zehn Jahre aktualisiert.

Die Kategorien werden dabei folgendermassen definiert: 

  • Ausschliessliches Stillen: Das Kind erhält nur Muttermilch (ohne Tee, Wasser oder Säuglingsmilch)
  • Vorwiegendes Stillen: Das Kind erhält Muttermilch und Tee oder Wasser
  • Teilweises Stillen: Das Kind erhält Muttermilch und Säuglingsmilch oder Beikost
  • Abgestillt: Das Kind erhält keine Muttermilch mehr

Die Daten stammen aus der Schweizer Säuglingsernährungsstudie (Swiss Infant Feeding Study, SWIFS). Die Erhebung erfolgte 2024 mittels eines Online-Fragebogens (n2024 = 1081), in den vorherigen Erhebungsjahren mittels eines schriftlichen Fragebogens (n2003 = 2868, n2014 = 1421). Für die Erhebung 2024 wurde eine Zufallsstichprobe des Bundesamts für Statistik (BFS) von Müttern mit Säuglingen verwendet. Aufgrund der Aktualisierung der Bevölkerungsstatistik konnten keine 0- bis 2-monatigen Säuglinge berücksichtigt werden. In den vorherigen Erhebungen wurden die Mütter nach dem Zufallsprinzip über Mütter- und Väterberatungsstellen rekrutiert.

Die Stillprävalenz (Grafik 1) wurde anhand eines 24-Stunden-Ernährungsprotokolls erhoben. Der Median der Stilldauer beim ausschliesslichen Stillen (Grafik 2) wurde anhand einer retrospektiven Frage erhoben. 2024 lautete sie:

«Wie lange hat Ihr Kind nichts anderes als Muttermilch erhalten?

  • Bis heute, denn ich stille ausschliesslich: mein Kind erhält nur Muttermilch
  • Bis es x Wochen / Monate alt war: es erhielt zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal Brei, Tee oder Pulvermilch
  • Ich weiss es nicht»

Die Mütter konnten die Dauer in Wochen (1 bis 12 Wochen) oder Monaten (3 bis 10 Monate) über ein Dropdown-Menü angeben. 2014 konnten sie die Dauer im schriftlichen Fragebogen frei in Wochen oder Monaten angeben. 

Mit der Aktualisierung des Indikators wird in Grafik 2 nur noch die Dauer des ausschliesslichen Stillens ausgewiesen. Die bisherige Darstellung der gesamten Stilldauer wurde entfernt, da 2024 zu wenige Mütter zum Zeitpunkt der Befragung bereits abgestillt hatten. Deshalb konnte die gesamte Stilldauer nicht zuverlässig berechnet werden.

Quelle

  • Juvalta, S. et. al (2024). SWIFS – Swiss Infant Feeding Study 2024. Nationales Monitoring zur Säuglingsernährung im ersten Lebensjahr. Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW, Winterthur: Studie (englisch, Zusammenfassung auf Deutsch).

Referenzen

Weiterführende Informationen

  • Dratva J. et al. (2004). Säuglingsernährung in den ersten 9 Lebensmonaten. Nationale Studie 2003. Schlussbericht. Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel: Basel.
  • Gross, K. et al. (2014): SWIFS – Swiss Infant Feeding Study. Eine nationale Studie zur Säuglingsernährung und Gesundheit im ersten Lebensjahr. Swiss TPH/BAG, Basel/Bern: Studie.
  • STILLEN. Gesündere Mütter und Kinder - ein Leben lang. Zusammenstellung des Wissensstand zu den gesundheitlichen Auswirkungen des Stillens. UNICEF Schweiz, Zürich: Bericht.
  • The optimal duration of exclusive breastfeeding. Report of an Expert Consultation (2001). World Health Organization (WHO), Geneva: Report (englisch).

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Zuletzt aktualisiert

03.11.2026

Zitierweise

BAG & Obsan (2026). Stillen (MonAM-Indikator). https://ind.obsan.admin.ch/indicator/monam/_400

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