In der Schweiz sind 2020 mehr als 16 000 Personen in Substitutionsbehandlungen aufgrund Opioidabhängigkeit. Die Rate ist zwischen 2000 und 2020 von 2,6 auf 1,9 Behandlungen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner zurückgegangen. Diese Abnahme ist vor allem darauf zurückzuführen, dass immer weniger junge Menschen in eine Substitutionsbehandlung eintreten: Im Jahr 2000 war die am stärksten betroffene Altersgruppe noch diejenige der 25- bis 34-Jährigen. 20 Jahre später ist es diejenige der 45- bis 54-Jährigen.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Die Substitutionstherapie hat sich als wichtigste Behandlungsmethode für Opioidabhängigkeiten etabliert. Bei Opioidabhängigkeit besteht eine Substitutionsbehandlung darin, illegal konsumierte Opioide (Heroin) durch die ärztliche Verordnung eines legalen Medikamentes mit ähnlicher Wirkung zu ersetzen (Methadon, Buprenorphin, orales retardiertes Morphin u.a.). Idealerweise wird diese Behandlung mit somatischen, psychiatrischen, psychotherapeutischen, sozialarbeiterischen oder sozialpädagogischen Massnahmen begleitet. Ziel der Substitutionstherapie ist unter anderem eine dauerhafte therapeutische Einbindung, die Verbesserung des Gesundheitszustandes und Förderung der sozialen Integration der Betroffenen, die Herbeiführung eines risikoarmen Konsums sowie eine Distanzierung der Betroffenen vom illegalen Milieu (BAG, 2021). 

Die Behandlungsnachfrage ist einerseits Ausdruck der Problemlast, andererseits geben Kenntnisse zu Charakteristika von Personen in Behandlung wichtige Informationen für in diesem Gebiet tätige Fachleute.

Definition

Der Indikator zeigt die Anzahl Personen in einer substitutionsgestützten Behandlung bei Opioidabhängigkeit pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Indikator wird jährlich aktualisiert. 

Dargestellt werden die Daten der nationalen Substitutionsstatistik, welche die Substitutionsbehandlungen seit 1999 systematisch erfasst. Seit 2016 wird die Substitutionsstatistik durch Sucht Schweiz in enger Zusammenarbeit mit den kantonsärztlichen Diensten realisiert und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesamtes für Gesundheit. Die Substitutionsstatistik stellt eine Vollerhebung in Bezug auf die Anzahl der pro Jahr durch die zuständigen kantonsärztlichen Dienste registrierten Behandlungen dar. Die Altersangaben sind zum Teil unvollständig, weshalb die Gesamtanzahl an Substitutionsbehandlungen (n) in der Grafik der Altersverteilung leicht geringer ausfällt. Die aufgeführten relativen Anteile sind aber gegenüber diesen Teilnahmeschwankungen weniger empfindlich als die absoluten Zahlen. 

Mit der letzten Aktualisierung des Indikators wurden die Alterskategorien neu berechnet, was zu einer besseren Kategorisierung und Anpassung der Grafik führte. 

Quelle

Referenz

Medienauskünfte

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Auskunft

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Zuletzt aktualisiert

14.04.2022