Im Jahr 2020 lag der potenzielle Gewinn an Produktivität (ökonomisches Potenzial) durch den Abbau arbeitsbedingten Stresses in der Schweiz bei 7,6 Mrd. Schweizer Franken. Dieser Wert ist seit 2015 – nach einem leichten Rückgang zwischen 2014 und 2015 – gestiegen. 2020 betrug das durch Präsentismus (Anwesenheit am Arbeitsplatz mit reduzierter Leistung) verursachte, ungenutzte ökonomische Potenzial 5,5 Mrd. Schweizer Franken und war damit deutlich höher als die Produktivitätsverluste durch Absentismus (krankheitsbedingte Abwesenheit), welche sich 2020 auf 2,2 Mrd. Schweizer Franken beliefen.

Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Stress hat einen Einfluss auf die Produktivität und die damit verbundenen Kosten. Letztere können auf verschiedene Weise entstehen, wie durch temporäre krankheitsbedingte Arbeitsabwesenheit, reduzierte Produktivität, hohe Fluktuation der Arbeitnehmenden, gesundheitsbedingte Reduktion des Arbeitspensums, frühzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben aufgrund von Krankheit oder frühzeitiger Tod. Das ökonomische Potenzial zeigt, inwiefern sich die Produktivität durch Reduktion von Absentismus und Präsentismus in der Schweiz verbessern würde, wenn für alle Erwerbstätigen ein ausgeglichenes Verhältnis von Stressoren und Ressourcen erreicht werden könnte.

Definition

Der Indikator zeigt den Umfang des ökonomischen Potenzials in Schweizer Franken, welches mit Verbesserungen des Verhältnisses von Arbeitsbelastungen und Arbeitsressourcen erreicht werden kann. Das ökonomische Potenzial steht in engem Zusammenhang mit dem Indikator Arbeitsbedingter Stress, der im Rahmen der gleichen Erhebung (Job-Stress-Index-Erhebung) berechnet wird. Dieser bildet die Grundlage für die Berechnung des ökonomischen Potenzials, welche in drei Schritten erfolgt (Details siehe Gesundheitsförderung Schweiz): 

  1. Berechnung der individuellen gesundheitsbedingten Produktivitätsverluste durch Addition von Absentismus und Präsentismus (in Prozenten der Arbeitszeit) und Multiplikation mit den individuellen Jahreslöhnen. Erhoben wurden die beiden Grössen (Absentismus und Präsentismus) mittels "Work Productivity and Activity Impairment"-Fragebogen. 
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Quelle

Referenz

  • Igic, I. et al. (2014). Job-Stress-Index 2014. Erhebung von Kennzahlen zu psychischer Gesundheit und Stress bei Erwerbstätigen in der Schweiz. Gesundheitsförderung Schweiz, Bern und Lausanne: Arbeitspapier 26

Weiterführende Informationen

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Zuletzt aktualisiert

24.09.2020